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Senckenberg am 3.10.2018 in Berlin besuchen

Haben Sie Lust auf einen virtuellen Rundgang durch das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt in Berlin oder möchten Sie mit einem Tiefseeforscher und einer Tiefseeforscherin über ihre Forschung sprechen und echte Tiefseebewohner sehen?

Dann kommen Sie am 3.10.2018 von 11:00 bis 18:00 Uhr in die Hessische Landesvertretung in Berlin (Wegbeschreibung). Am Tag der offenen Tür der Hessischen Landesvertretung in Berlin präsentieren wir die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung an vier Ständen und einer Fotoausstellung. Natürlich reist auch unser Dino-Maskottchen mit!

 

Forscherstand: Geheimnisse der Tiefsee

Eine Tiefseeforscherin und ein Tiefseeforscher der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung präsentieren anhand echter Funde vom tiefen Meeresboden die Inhalte und die Bedeutung ihrer Forschung. Lebewesen, wie die Riesenassel Bathynomus giganteus und Tiefseeschwämme vermitteln, wie faszinierend die größtenteils unbekannten Bewohner großer Tiefen sind und anhand von Manganknollen wird deutlich, wie die Ressourcenjagd am Meeresboden das bislang noch größtenteils unbekannte Ökosystem Tiefsee schon heute bedroht.

 

Familienstand: Vielfalt des Meeres

Während Senckenberg-Forschende Licht ins Dunkel der Tiefsee bringen, können Sie an dieser Station bekannte und weniger bekannte Bewohner der Meere kennenlernen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Megalodon- und Pottwalzahn miteinander zu vergleichen, Barten von Walen aus der Nähe zu betrachten und herauszufinden, was das Meer so alles an den Strand spült.

 

Infostand: Alles über Senckenberg

Am Infostand beantworten wir Ihnen  alle Fragen rund um die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und stellen Ihnen unsere Umbaupläne vor. Am Glücksrad können Sie Preise rund um das Senckenberg-Naturmuseum gewinnen und für Kinder gibt es an diesem Stand Malbögen von Tiefseetieren und Tieren aus der Ausstellung.

 

Fotoausstellung: Senckenbergs verborgene Schätze

Wir nehmen auch Teile unserer Sammlung mit nach Berlin – in Form einer Fotoausstellung.  Für die Sonderausstellung „Senckenbergs verborgene Schätze“ haben die Berliner Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold unsere Sammlungsobjekte besonders in Szene gesetzt.

 

Mit Virtual Reality-Brillen Dinosaurier erleben und durchs Museum bummeln

Wie wäre es mit einem Rundgang durch das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt in Berlin? Mit unseren VR-Brillen  können Sie hautnaherleben, in welcher Umgebung die Senckenberg-Dinosaurier zu hause waren  und darüberhinaus die Ausstellung besuchen.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Der modulare Umbau zum Neuen Museum beginnt

Dank zahlreicher großer und kleiner Spenden von Privatpersonen und Unternehmen können wir mit dem modularen Umbau beginnen und schon bald die ersten Elemente vom Neuen Museum präsentieren. Wir starten damit im so genannten Bestandsbau. Verschiedene Themenbereiche entstehen neu, während der Museumsbetrieb weiterlaufen kann. Die Ausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ (seit 8.6.2018) gibt einen Vorgeschmack auf den neuen Raum „Korallenriffe“, der 2020 eröffnet werden soll. Die neue Archaeopteryx-Ausstellung (Start: 6. Juli 2018) wird später in den Bereich „Fossillagerstätten“ im Neuen Museum übernommen werden, und eine simulierte U-Boot-Tauchfahrt (Start: Winter 2018) weckt die Vorfreude auf den neu gestalteten Raum „Tiefsee“, der im Herbst 2019 eröffnet werden soll. Weitere Projekte sind bereits mit verschiedenen Partnern in Planung und werden hinter den Kulissen vorbereitet. Ziel ist es, durch den modularen Umbau eine längerfristige Museumsschließung zu vermeiden, nach und nach neue Räume zu eröffnen und Ihnen bereits im laufenden Jahr 2018 schon Vorboten des Neuen Museums präsentieren zu können.

Ist Ihr Lieblingsausstellungsbereich noch nicht dabei? Dann unterstützen Sie uns und bauen Sie mit!

Virtual Reality: Auf Tauchstation mit den Fischsauriern

Wollten Sie schon immer einmal neben den Giganten der Urmeere schwimmen oder den Ammoniten bei der Besiedelung des Meeresgrundes zusehen? Bis vor kurzem war dies nur in der Fantasie möglich, seit dem März 2018 können Sie das bei uns im Museum virtuell erleben – ermöglicht durch moderne Virtual Reality-Technologie. Der Saal der Dinosaurier wird vor Ihren Augen im tropischen Meer versinken, während die imposanten Exponate aus dem Raum der Fischsaurier vor Ihren Augen zum Leben erwachen.

Der Fischsaurier Temnodontosaurus war der größte Räuber im Jurameer. Copyright: Die Infografen UG

Der Fischsaurier Temnodontosaurus war der größte Räuber im Jurameer.
Foto: Die Infografen UG

Dieses beeindruckende Erlebnis ist ein Vorgeschmack auf das, was Sie im Neuen Museum erwartet. Die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch – Erde – Kosmos – Zukunft werden durch moderne, interaktive Technologien bereichert, die es Besucherinnen und Besuchern möglich machen, direkt in die natürliche Umgebung der Exponate einzutauchen. Hätten Sie Lust auf einen Spaziergang durch den Weltraum oder auf eine Reise in die Zukunft? Oder möchten Sie  lange ausgestorbene Arten in ihrem ursprünglichen Lebensraum beobachten? Das alles könnte dank neuer Technologie im umgebauten Senckenberg Naturmuseum erlebbar werden.

 

Interesse geweckt? Dann kommen Sie vorbei! Die neue VR-Installation Jurameer sowie die 2016 eingeführte VR-Reise zu den Dinos sind täglich von 11 bis 16 Uhr im 1. OG des Senckenberg Naturmuseums zu erleben. Dauer jeweils ca. 3 Minuten. Für beide zusammen wird eine Nutzungsgebühr von 2 Euro erhoben (Schüler und Studierende zahlen 1 Euro).

 

Wenn Sie den Einsatz solcher innovativer Techniken unterstützen möchten, können sie sich hier an unserer Spendenaktion für das Neue Museum beteiligen. Bauen Sie mit!

Ammoniten, längst ausgestorbene Tintenfischverwandte, zählten zu den beliebtesten Beutetieren vieler Meeressaurier. Copyright: Die Infografen UG

Ammoniten, längst ausgestorbene Tintenfischverwandte, zählten zu den beliebtesten Beutetieren vieler Meeressaurier.
Foto: Die Infografen UG

 

Der Fischsaurier Stenopterygius auf der Jagd nach Belemniten. Copyright: Die Infografen UG

Der Fischsaurier Stenopterygius auf der Jagd nach Belemniten.
Foto: Die Infografen UG

 

Projektleiter Philipe Havlik und Museumsleiter Dr. Bernd Herkner testen die neuen VR-Brillen im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Copyright: Senckenberg/Tränkner

Projektleiter Philipe Havlik und Museumsleiter Dr. Bernd Herkner testen die neuen VR-Brillen im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt.
Foto: Senckenberg, Sven Tränkner

Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane

Sonderausstellung vom 8. Juni 2018 bis 10. Februar 2019 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Modell von zwei Schwarzspitzen- Riffhaien in der Ausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ im Senckenberg Naturmuseum Copyright: Senckenberg/Tränkner

Modell von zwei Schwarzspitzen-
Riffhaien in der Ausstellung
„Korallenriffe – Bedrohte Schätze
der Ozeane“ im Senckenberg
Naturmuseum
Foto: Senckenberg/Tränkner

Korallenriffe sind die größten natürlichen Bauwerke unseres Planeten, deren Schönheit kaum zu übertreffen ist. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen, sind aber massiv bedroht. Die International Coral Reef Initiative (ICRI) hat daher das „Internationale Jahr des Riffes 2018“ ausgerufen. Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beteiligt sich daran und eröffnet heute die Sonderausstellung „Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane“. Die Ausstellung lädt dazu ein, in die Welt der Korallenriffe einzutauchen und anhand von Originalexponaten, Modellen und Filmen mehr über die einzigartige und komplexe Ökologie, die immense ökonomische Bedeutung sowie über die zunehmende Gefährdung der Riffe und den aktuellen Stand der Wissenschaft zu erfahren.

Obwohl die Warm- und Kaltwasserriffe in ihrer Gesamtheit nur etwa 0,15 Prozent des Ozeanbodens bedecken, sind sie für ein Drittel aller Lebewesen im Meer lebensnotwendig. Sie dienen zur Eiablage, als Rückzugsorte und Futtergebiete für eine Vielzahl von Tierarten und gelten als Kinderstube für 25 Prozent aller Hochseefische. Auch die Meeresschildkröten steuern die Korallenriffe regelmäßig an, um zu fressen oder sich durch Putzerfische von Parasiten befreien zu lassen. In der neuen Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt können Besucherinnen und Besucher etwa 50 Originalexponate, 5 Abgüsse von Fischen und 13 Modelle von Riff-Bewohnern aus nächster Nähe betrachten: von einer echten Karettschildkröte über das Modell von zwei Schwarzspitzen-Riffhaien bis hin zu Alkoholpräparaten eines Putzerlippfisches oder eines Langnasen-Nasendoktorfisches.

„Senckenberg hat eine lange Tradition im Bereich Meeresforschung. Seit Jahrzehnten untersuchen unsere Wissenschaftler die Ökologie von Korallenriffen – insbesondere im Roten Meer“, erklärt Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum im Senckenberg Naturmuseum. „Senckenberg-Wissenschaftler erforschen weltweit die biologische Vielfalt der Riffe im Flachwasser und in der Tiefsee. Mit Prof. Dr. André Freiwald und Dr. Friedhelm Krupp lernen unsere Besucher an einer Hörstation in der Sonderausstellung zwei unserer renomierten Wissenschaftler kennen“, fährt er fort.

Dr. Bernd Herkner hat mit der Ausstellung das „International Year of the Reef“ (IYOR) aufgegriffen, um Besucherinnen und Besucher auf die Bedeutung und den Wert dieser Lebensräume aufmerksam zu machen und für das Thema Riff-Schutz zu sensibilisieren. Er unterstützt damit auch den Verein Reef Check e.V., der Mitinitiator des IYORs ist.

„Senckenberg ist mit dieser Ausstellung ein wichtiger Partner dieses Projekts und trägt dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Gefährdung der Riffe zu schärfen“, freut sich die Biologin Jenny Krutschinna von Reef Check e.V.

„Wir möchten unsere Besucherinnen und Besucher für die einzigartige Schönheit der Korallenriffe begeistern und gleichzeitig informieren, wie schnell das sensible Gleichgewicht dieser Ökosysteme durch den Einfluss des Menschen gestört wird“, ergänzt Stefanie Raddatz, Kuratorin der Ausstellung. Die Folgen menschlicher Aktivitäten haben zu einer Krise in bisher nie dagewesenem Ausmaß geführt: Mehr als die Hälfte aller Warmwasserkorallenriffe gelten als nachhaltig gestört, etwa ein Drittel sind bereits unwiederbringlich verloren. Als Hauptursache des Korallensterbens wird der Klimawandel angeführt, hinzu kommen Faktoren wie die Verschmutzung der Meere und die Überfischung.

Die Sonderausstellung „Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane“ führt thematisch auf die geplante Dauerausstellung „Korallenriff“ hin, die 2020 im Zuge des modularen Museumsumbaus im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eröffnet werden soll. Die Präparatorinnen Hildegard Enting, Sylva Scheer und Anna Frenkel erarbeiten hierfür die Darstellung eines Riff-Lebensraums, die ein tropisches Korallenriff in seiner vollen Vielfalt als Biodiversitäts-Hot-Spot zeigen soll. „Wie schön, dass einige unserer Arbeiten für das große Diorama bereits jetzt als Vorboten in der aktuellen Sonderausstellung zu sehen sind“, freut sich Hildegard Enting. Gerade erst fertig gestellt wurde das detailgenaue Modell eines Tritonshorns, das einen Dornenkronenseestern verschlingt. In mühevoller Kleinstarbeit hat Sylva Scheer den Seestern modelliert und ermöglicht den Betrachtern einen ungewöhnlichen Blick auf die Unterseite dieses Tieres – mehr als 2.500 Füßchen und zahlreiche Mundwerkzeuge hat die Präparatorin hierfür angefertigt und angebracht. Weitere Vorboten, die auch ab 2020 im neuen Museumsraum „Korallenriff“ zu sehen sein werden, sind die präparierte Karettschildkröte sowie ein vergrößertes Modell eines Pygmäenseepferdchens.

Sonderausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“, 8. Juni 2018 bis 10. Februar 2019 im 2. OG, Raum 208 im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Die Sonderausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden. Kombitickets: 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre) sowie 25 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder). Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr. Weitere Informationen unter: www.senckenberg.de

Mit freundlicher Unterstützung des Geschäftsbereichs KFW Entwicklungsbank.

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Modell eines Tritonshorns, das einen Dornkronenseestern verspeist – zu sehen in der neuen Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Copyright: Senckenberg/Tränkner

Modell eines Tritonshorns, das einen
Dornkronenseestern verspeist – zu
sehen in der neuen
Sonderausstellung im Senckenberg
Naturmuseum Frankfurt.
Foto: Senckenberg/Tränkner

 

Ausstellungsraum „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ im Senckenberg Naturmuseum.

Ausstellungsraum „Korallenriffe –
Bedrohte Schätze der Ozeane“ im
Senckenberg Naturmuseum.

 

Kuratorin Stefanie Raddatz, Museumsleiter Dr. Bernd Herkner und Biologin Jenny Krutschinna von Reef Check e.V. beim Rundgang durch die Ausstellung.

Kuratorin Stefanie Raddatz,
Museumsleiter Dr. Bernd Herkner
und Biologin Jenny Krutschinna von
Reef Check e.V. beim Rundgang
durch die Ausstellung.

 

Kontakt

Dr. Bernd Herkner
Leiter Abteilung Museum
Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 – 7542 1557
bernd.herkner@senckenberg.de

 

Anna Lena Schnettler
Pressestelle
Senckenberg Gesellschat für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
lena.schnettler@senckenberg.de

Im Rahmen des „Projekt Senckenberg – Neues Museum“ wird die Grundfläche des Frankfurter Naturmuseums erweitert. Dabei entstehen die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Der Umbau des Museums erfolgt modular und ist so geplant, dass auch während der Bauphasen große Teile des Museums geöffnet bleiben. Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Fußball im Kopf

MEG-Demonstrations-Messung mit Fußball-Legende Charly Körbel für das geplante Highlight-Exponat „Begehbares Gehirn“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Karl-Heinz Körbel mit der Modellvorlage für das geplante „Begehbare Gehirn“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt – nach MRT-Aufnahmen seines Gehirns. © Senckenberg/Neunzehn

Karl-Heinz Körbel mit der Modellvorlage für das geplante „Begehbare Gehirn“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt – nach MRT-Aufnahmen seines Gehirns.
© Senckenberg/Neunzehn

Im vergangenen Jahr hat sich Rekordbundesligaspieler und Leiter der Eintracht Frankfurt Fußballschule Karl-Heinz „Charly“ Körbel ins MRT gelegt, um sein Gehirn für die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung scannen zu lassen. Der Scan dient als Grundlage für das begehbare Gehirn – das Highlight-Exponat im Bereich „Mensch“ des geplanten neuen Senckenberg Naturmuseums, den die Gemeinnützige Hertie-Stiftung mit einer Million Euro fördert. Ein nach dem Gehirn von Charly Körbel angefertigtes Arbeitsmodell des Exponats liegt inzwischen vor und nun werden die neurowissenschaftlichen Inhalte ausgearbeitet, welche die Besucher im Inneren des „Begehbaren Gehirns“ sehen und hören werden. Auch hier spielt das Thema „Fußball“ eine wichtige Rolle: Was geschieht im Kopf eines Spielers, wenn er eine Trillerpfeife hört, einen Fußball sieht oder diesen mit dem Fuß berührt? Das möchten Senckenberg, die Hertie-Stiftung und das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik u.a. mit Hilfe von Magnetenzephalographie-Messungen der Hirnrinde verdeutlichen und im Ausstellungsbereich „Mensch“ des Neuen Museums darstellen. Charly Körbel unterstützt dieses Projekt und nahm an einer MEG-Demonstrations-Messung teil, um dieses Verfahren vorzustellen und damit einen Blick in das zukünftige Gehirnexponat zu geben.

 Das Highlight-Exponat „Begehbares Gehirn“ ist noch nicht zu besichtigen – die Vorbereitungen des geplanten neuen Ausstellungsbereichs im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt laufen hinter den Kulissen aber bereits auf Hochtouren. Auf der heutigen Pressekonferenz wurde ein Modell im Maßstab 1:10 präsentiert. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und mit dem Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik so hochkarätige Unterstützung bei der Konzeptionierung des Ausstellungsbereichs ‚Mensch als System’ haben. Und vor allem freuen wir uns sehr darüber, dass Herr Körbel unser Projekt weiter unterstützt und an dieser Demonstrations-Messung teilnimmt“, erklärt Dr. Martin Čepek, Leiter des Stabs Zentrale Museumsentwicklung bei Senckenberg. „Wir erarbeiten zurzeit die Inhalte des Ausstellungsbereichs, der den Besuchern veranschaulichen soll, wie das menschliche Gehirn funktioniert“, fährt er fort.

„Der Bau des neuen Senckenberg-Museums ist eines der aufregendsten Projekte dieser Jahre“ findet Charly Körbel, der während seiner Profikarriere ausschließlich für Eintracht Frankfurt antrat und mit 602 Spielen den Rekord für die meisten Einsätze in der Fußball-Bundesliga hält. „Es erfüllt mich wirklich mit Stolz ein Teil davon zu sein. Das Modell des eigenen Gehirns in den Händen zu halten ist ein seltsames Gefühl: faszinierend und irgendwie mulmig zugleich. Wie wird es dann erst mit der begehbaren XXL-Version sein? In jedem Fall ist es extrem spannend, vor Augen geführt zu bekommen, was das Gehirn beim Fußballspielen alles leistet und wie viele Reize es gleichzeitig verarbeiten muss“, so Körbel.

„Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ist einer der größten privaten Förderer der Hirnforschung in Deutschland. Neben der Gewinnung von Erkenntnissen über Funktionsweisen und der Erforschung von Erkrankungen, ist unser Anliegen, neurowissenschaftliche Inhalte allgemeinverständlich aufzubereiten, um Menschen für eines der faszinierendsten Organe zu begeistern und die Bedeutung der Hirnforschung für unseren Lebensalltag aufzuzeigen“, erklärt Dr. Astrid Proksch, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, Arbeitsbereich „Gehirn erforschen“. Proksch weiter: „Anhand von konkreten Beispielen aus der Fußballwelt können wir im „Begehbaren Gehirn“ sehr anschaulich die komplexen Vorgänge im Gehirn erklären. Wir sind dem MPI für empirische Ästhetik sehr dankbar, dass sie uns bei der inhaltlichen Entwicklung unterstützen.“

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik machen am Beispiel von Sinneseindrücken, die ein Fußballspieler in Aktion erfährt, die Aktivität verschiedener Gehirnbereiche sichtbar und erklären deren Funktion. „Um den Ausstellungsbesuchern neurowissenschaftliche Methoden näher zu bringen, wie wir sie auch in vielfältigen Studien der Grundlagenforschung und Ästhetikforschung an unserem Institut einsetzen, haben wir typische Reize eines Fußballspiels mittels Magnetenzephalographie (MEG) gemessen und visualisiert. Sichtbar wird so: Je nach Gattung der Reize aktiviert unser Gehirn unterschiedliche, spezialisierte Areale“, erklärt Prof. David Poeppel, PhD, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird die magnetische Aktivität des Gehirns durch äußere Sensoren gemessen und kann anschließend grafisch dargestellt werden.

Bis zur tatsächlichen Begehung des neuen Ausstellungsbereichs „System Mensch“ müssen die Museumsbesucher sich noch gedulden. Aktuell startet das „Projekt Senckenberg – Neues Museum“ mit einem modularen Umbau im Bestandsbau. Einzelne Themenbereiche entstehen neu, während der Museumsbetrieb weiterlaufen kann. Die Ausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ (Start 8. Juni 2018) gibt einen Vorgeschmack auf den neuen Raum „Korallenriffe“, der aktuell gebaut wird und 2020 eröffnet werden soll. Die neue Archaeopteryx-Ausstellung (Start: 6. Juli 2018) wird später in den Bereich „Fossillagerstätten“ im Neuen Museum übernommen werden und eine simulierte U-Boot-Tauchfahrt (Start: Winter 2018) weckt die Vorfreude auf den neu gestalteten Raum „Tiefsee“, der im Herbst 2019 eröffnet werden soll. Weitere Projekte sind bereits mit verschiedenen Partnern in Planung und werden „hinter den Kulissen“ vorbereitet. Ziel ist es, durch den modularen Umbau eine längerfristige Museumsschließung zu vermeiden, nach und nach neue Räume zu eröffnen und den

Besucherinnen und Besuchern bereits im laufenden Jahr 2018 Vorboten des Neuen Museums präsentieren zu können.

Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de

Dr. Martin Čepek, Dr. Astrid Proksch, Karl-Heinz Körbel und Prof. David Poeppel, PhD mit dem 1:10 Modell des „Begehbaren Gehirns“. © Senckenberg/Neunzehn

Dr. Martin Čepek, Dr. Astrid Proksch, Karl-Heinz Körbel und Prof. David Poeppel, PhD mit dem 1:10 Modell des „Begehbaren Gehirns“.
© Senckenberg/Neunzehn

 

Karl-Heinz Körbel bei der MEG-Demonstrations-Messung. © Senckenberg/Neunzehn

Karl-Heinz Körbel bei der MEG-Demonstrations-Messung.
© Senckenberg/Neunzehn

 

So soll das begehbare Gehirn im neuen Senckenberg aussehen. Ein Modell im Maßstab 1:10. © Modell: Hertie-Stiftung 2018, Alexander Grychtolik/Foto: U. Dettmar

So soll das begehbare Gehirn im neuen Senckenberg aussehen. Ein Modell im Maßstab 1:10.
© Modell: Hertie-Stiftung 2018, Alexander Grychtolik/Foto: U. Dettmar

 

Die Arbeit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Fokus stehen dabei immer der Mensch und die konkrete Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. www.ghst.de

 

Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik wurde 2013 in Frankfurt am Main gegründet und beschäftigt derzeit über 130 Mitarbeiter. Das Institut erforscht interdisziplinär, was wem warum und unter welchen Bedingungen ästhetisch gefällt. Dabei widmen sich die Forschungen in den drei Abteilungen Sprache und Literatur, Musik sowie Neurowissenschaften insbesondere den Grundlagen ästhetisch wertenden Wahrnehmens und Erlebens. Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik ist eine von 83 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa. Weitere Informationen unter https://www.ae.mpg.de

 

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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