Frankfurt, 03.07.2018. Seit heute ist im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt der Abguss eines Langhalsdinosauriers zu bestaunen. Prof. Dr. Sun Ge, Gründungsdirektor des Paleontological Museum of Liaoning in China, überreichte Senckenberg die Replik eines 12 Meter langen und 6 Meter hohen Liaoningotitan-Skeletts als ein nachträgliches Geschenk zum 200. Jubiläum. Der pflanzenfressende Dinosaurier wurde bisher noch nie außerhalb Chinas gezeigt. Sein neues Quartier bezieht er zunächst im THE SQUAIRE (Ebene 5, THE SQUAIRE West), wo er voraussichtlich bis April 2019 als Botschafter für den Umbau des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt wirbt.

 

„Dino-Geschenke“ haben bei Senckenberg Tradition: Zum Einzug in das aktuelle Museumsgebäude hatte Senckenberg 1907 den berühmten Diplodocus, der heute im Lichthof des Museums steht, geschenkt bekommen. Prof. Sun Ge, Direktor eines der größten chinesischen Forschungsmuseen, greift diese Tradition auf und hat einen Abguss des Lioaningotitan sinensis für Senckenberg anfertigen lassen. Mit dem Geschenk würdigt er die längjährige sehr gute Zusammenarbeit mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die er im Gebiet Liaoning weiter fortführen möchte.

„Wir sind sehr dankbar für dieses besondere Geburtstagsgeschenk“, freut sich Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger. „Deutschlandweit zeigen wir die meisten Dino-Gattungen in unserem Frankfurter Naturmuseum. Der Liaoningotitan ist jetzt die Zwanzigste“, fährt er fort. Wegen der Umbaumaßnahmen rund um das Museum steht der neue Dinosaurier zunächst im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt. „Wir wünschen uns, dass der Titan Werbung für die großen Umbaumaßnahmen unseres Frankfurter Museums macht und vielleicht noch den einen oder anderen Unterstützer für unser Projekt gewinnt“, erklärt Mosburgger. Er dankte auch THE SQUAIRE für die Beherbergung des Langhalssauriers und für die Ermöglichung der Ausstellung.

1,2 Tonnen wog die Lieferung des Titans aus China. In drei großen Holzkisten wurde der Abguss angeliefert, der aus circa 100 einzelnen Teilen besteht und zwei Tage lang im THE SQUAIRE zusammen gebaut wurde. Der frühkreidezeitliche Liaoningotitan sinensis zählt mit 12 Meter Länge zu den größten seiner Gruppe in China und ist ca. 120 Millionen Jahre alt. Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum, hebt die Besonderheit der Fundstätte in Liaoning hervor. „Die Yixian-Formation, aus der auch der Liaoningotitan stammt, hat in ihrer Vielfalt neue

spektakuläre wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglicht – vor allem wegen der Funde von gefiederten Dinosauriern“, so Herkner. „Hier wurden außer Dinosauriern auch fossile Säugetiere, Fische, Spinnen, Käfer, Libellen, Reste von Nadelbäumen und sogar Blütenpflanzen entdeckt“, fährt er fort und nennt die Replik eine Bereicherung der Dino-Sammlung Senckenbergs.

In Anerkennung der besonderen wissenschaftlichen Leistungen und seiner engen Verbundenheit mit Senckenberg, ernannte Mosbrugger Museumsdirektor Sun Ge zum Korrespondierenden Mitglied der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Er würdigte Sun Ge als exzellenten, international ausgewiesenen Paläontologen, der Senckenberg mehrere Expeditionen und Geländearbeiten im Mesozoikum und Alttertiär in China ermöglicht hat. Umgekehrt habe Senckenberg, insbesondere die Abteilung Messelforschung, Prof. Sun Ge beim Aufbau des großen neuen Paläontologischen Museums von Liaoning unterstützt.

Prof. Thomas Martin schloss sich der Würdigung Sun Ges an und überreichte ihm im Namen des Steinmann-Instituts der Universität Bonn eine Urkunde als Anerkennung für die langjährige wissenschaftliche Kooperation in der Paläontologie.

Mit freundlicher Unterstützung von

square

Kontakt

Philipe Havlik
Projektleiter
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1224
philipe.havlik@senckenberg.de

Dr. Sören Dürr
Anna Lena Schnettler
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
pressestelle@senckenberg.de

Das Liaoningotitan-Skelett kam mit 1,2 Tonnen Liefergewicht in Frankfurt an und besteht aus circa 100 Einzelteilen. Copyright: Senckenberg / Neunzehn

Das Liaoningotitan-Skelett kam mit 1,2 Tonnen Liefergewicht in Frankfurt an und besteht aus circa 100 Einzelteilen.
Foto: Senckenberg / Neunzehn

 

Drei Mitarbeiter des Paleontological Museum of Liaoning, China halfen beim Aufbau des Dinos im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt Copyright: Senckenberg / Neunzehn

Drei Mitarbeiter des Paleontological Museum of Liaoning, China halfen beim Aufbau des Dinos im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt
Foto: Senckenberg / Neunzehn

 

Professor Hu vom Paleontological Museum of Liaoning unterstützt beim Aufbau des besonderen Geburtstagsgeschenks. Copyright: Senckenberg / Neunzehn

Professor Hu vom Paleontological Museum of Liaoning unterstützt beim Aufbau des besonderen Geburtstagsgeschenks.
Foto: Senckenberg / Neunzehn

 

Der Langhalsdino ist bis April 2019 im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt zu besichtigen, wo er für den Umbau des Senckenberg Naturmuseums wirbt. Copyright: Senckenberg / Neunzehn

Der Langhalsdino ist bis April 2019 im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt zu besichtigen, wo er für den Umbau des Senckenberg Naturmuseums wirbt.
Foto: Senckenberg / Neunzehn

 

Generaldirektor Volker Mosbrugger ernennt Museumsdirektor Sun Ge zum Korrespondierenden Mitglied der Senckenberg Gesesllschaft für Naturforschung. Foto: Semckenberg / Tränkner

Generaldirektor Volker Mosbrugger ernennt Museumsdirektor Sun Ge zum Korrespondierenden Mitglied der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Foto: Senckenberg / Tränkner

Im Rahmen des „Projekt Senckenberg – Neues Museum“ wird die Grundfläche des Frankfurter Naturmuseums erweitert. Dabei entstehen die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Der Umbau des Museums erfolgt modular und ist so geplant, dass auch während der Bauphasen große Teile des Museums geöffnet bleiben. Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de .

 Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.